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Print deadline • Druckschluss PiB Guide Nº55 JULY/AUG 2024
⤷ Monday, June 17

Solo Exhibition · Einzelausstellung
»Thread Song«
June 6 — July 13, 2024
»Thread Song«
June 6 — July 13, 2024

Jenna Westra

SCHWARZ CONTEMPORARY is happy to announce Thread Song by New York based artist Jenna Westra, her third solo show at the gallery.

When gallerist Anne Schwarz spoke of a red thread running through Jenna Westra’s new body of work, Westra thought of the words Thread Song, and they stuck to her mind as the show’s title. Without a direct English equivalent, the ‘red thread’ stems from the German idiom ‘ein roter Faden’, describing an underlying theme, a core motif, a recurring aspect leading the way.

Subtle meanings or sound qualities can get lost in translation, while at the same time, new ones are created. In this case, the word ‘red’ and the rhyme of the two English words – ‘red thread’ – give a poetic, lyrical tone to the expression. A similar tone weaves through Westra’s visual language, too. She makes compositional rhythms out of female forms, framing them in feminist histories and present-day feminine solidarities. Her pictures transmit female strength, energy, and softness.

Describing herself as working ‘more like a painter’, Westra uses multi-layered images and precise arrangements of forms that seem more closely connected to the stability of painting than to the unpredictability of photography. By borrowing from a variety of media, Westra traverses boundaries and generates painterly compositions with sculptural solidity and photographic depth.

Through her camera lens Westra often sees her collaborators and herself simultaneously.  In her recent work, Self Portrait (Held), we see the photographer in a mirror: she is the primary form in the image’s composition. A model’s two hands and a leg emerge from behind, supporting the mirror for Westra to make the picture. Three central components of her work meet here, gathered in the mirror: camera, collaborator, and photographer. The gesture of the model creates the impression of an embrace, wrapping limbs around the mirror and around the artist’s reflected image, fostering a sense of connection and togetherness.

Westra states: ‘Sometimes I make pictures that capture a feeling of in-betweenness, people moving from one pose to the next, though some images are more mannered and intentionally posed.’ Whether incidental and fleeting, or intentionally choreographed, the feeling of in-betweenness she talks about is evoked by gestures of movement and touch. One almost gets the sensation of physically feeling the visible touch.

In contrast to most other works on view, Candle Picture 3 depicts a touch that is not taking place. A centered candle has just been blown out, but it’s not clear by whom: white smoke floats upward in circling paths. This smoke is the sole element of the picture to suggest movement – like a white brushstroke pulled across the black backdrop. On the left, an upright fragment of a female form faces away from the candle and out of the pictorial space. An arm, bent and steady, enters from the right. Where usually bodies in Westra’s images suggest movement, here they seem to be halted. Familiar rhythms and conditions are reversed.

Westra often works with female dancers, whose grace lends a lightness to their poses. They are framed by soft curves and malleable structures that the artist finds in props from every-day life. A large leaf in Leaf Gestures, a long-limbed potted plant in Dance with Plant, a transparent piece of shimmering silver fabric in the series Slide Projector Stage.

Mirrors, re-photographed prints, and light projections make twins of the subjects of some of Westra’s images. These elements also open up ways to visualize the passage of time, as seen in the works from the series Kayla 2018/2024. The printed backdrops with which Kayla is posing were made in 2018, six years prior to the most recent photo session. In bending and entangling poses, the model engages with an image of her younger self. Narrative requires time: we see Kayla and Westra interacting with their own past experiences and selves. As viewers, we reflect on possibilities for interaction with our own memories, in relation to our present state.

In A Room of One’s Own, Virginia Woolf envisioned a space for women to create freely, to think and express themselves. That room could be seen as one origin of the images that Westra weaves now in her studio, into photographic fabric. The studio in Thread Song becomes a transformative space for the interlocking threads of bodily autonomy, artistic invention, and human interdependence.

Jenna Westra’s latest monograph is available via the gallery website:
Jenna Westra | Afternoons
Published by Hassla
With a text by Orit Gat
Edition of 500

SCHWARZ CONTEMPORARY freut sich sehr, mit Thread Song die dritte Einzelausstellung der New Yorker Künstlerin Jenna Westra anzukündigen.

Während eines Gesprächs mit der Künstlerin erwähnte die Galeristin Anne Schwarz den ‚roten Faden‘, der sich durch die neuen Werke ziehe; Westra kamen die Worte Thread Song in den Sinn. In der Übersetzung können subtile Bedeutungen oder Klangqualitäten schnell verloren gehen, während gleichzeitig neue geschaffen werden. In diesem Fall verleihen das Wort ‚red‘ und der Reim der beiden englischen Wörter – red thread – dem Ausdruck einen poetischen, lyrischen Ton. Ein ähnlicher Ton durchwebt auch Westras Bildsprache. Aus weiblichen Formen erschafft sie rhythmische Kompositionen, die sie in feministische Geschichten einbettet. Ihre Fotografien vermitteln gleichermaßen weibliche Stärke, Energie und Sanftheit.

Westra, die sich selbst als ‚eher wie eine Malerin‘ arbeitend beschreibt, erzeugt vielschichtige Bilder und präzise Anordnungen von Formen, die enger mit der Beständigkeit der Malerei als mit der Unberechenbarkeit der Fotografie verbunden zu sein scheinen. Mit der Anwendung einer Vielzahl von Medien überschreitet Westra Grenzen und erzeugt malerische Kompositionen mit skulpturaler Festigkeit und fotografischer Tiefe.

Durch das Objektiv ihrer Kamera sieht Westra sich selbst und die Modelle, mit denen sie arbeitet, oft gleichzeitig. In ihrer jüngsten Arbeit Self Portrait (Held) sehen wir die Fotografin in einem Spiegel: Sie ist die sofort erkennbare, dominante Form in der Bildkomposition. Zwei Hände und ein Bein tauchen von hinten auf, der Spiegel wird offenbar gehalten, so dass Westra das Bild machen kann. Drei zentrale Komponenten ihrer Arbeit treffen hier aufeinander, im Spiegel vereint: Kamera, Model und Fotografin. Die Geste des Models erweckt den Eindruck einer Umarmung, indem sie die Gliedmaßen um den Spiegel und um das Spiegelbild der Künstlerin schlingt und so ein Gefühl der Verbundenheit und Zusammengehörigkeit erzeugt.

Westra erklärt: ‚Manchmal mache ich Bilder, die ein Gefühl des Dazwischen einfangen, Körper, die sich von einer Pose zur nächsten bewegen, wobei andere Bilder manierierter sind und absichtlich so in Szene gesetzt wurden.‘ Ob zufällig und flüchtig oder bewusst choreografiert, das Gefühl des Dazwischen, von dem Westra spricht, wird durch Gesten der Bewegung und der Berührung hervorgerufen. Fast hat man das Gefühl, die sichtbare Berührung körperlich zu spüren. Im Gegensatz zu den meisten anderen ausgestellten Werken zeigt Candle Picture 3 eine Berührung, die nicht stattfindet. Eine in der Mitte stehende Kerze wurde gerade ausgeblasen, von wem, bleibt unklar: weißer Rauch steigt in kreisenden Bahnen nach oben. Dieser Rauch ist das einzige Element des Bildes, das Bewegung suggeriert – wie ein weißer Pinselstrich, der über den schwarzen Hintergrund gezogen wird. Links wendet sich ein aufrechtes Fragment eines weiblichen Körpers von der Kerze ab und aus dem Bildraum heraus. Von rechts dringt ein Arm in den Bildraum hinein, angewinkelt und unbeweglich. Während in Westras Bildern normalerweise Körper Bewegung suggerieren, scheinen sie hier angehalten zu sein. Gewohnte Rhythmen und Zustände sind ins Gegenteil verkehrt.

Oft arbeitet Westra mit Tänzerinnen zusammen, deren Anmut ihren Posen eine Leichtigkeit verleiht. Sie werden von den weichen Kurven und formbaren Strukturen der Requisiten, die die Künstlerin im alltäglichen Umfeld entdeckt, umspielt. Ein großes Blatt in Leaf Gestures, eine langstielige Topfpflanze in Dance with Plant, ein transparentes Stück silbern schimmernder Stoff in der Serie Slide Projector Stage.

Spiegel, abfotografierte Prints und Lichtprojektionen erschaffen in einigen von Westras Bildern Zwillingsmotive. Gleichzeitig eröffnen diese Elemente Möglichkeiten, die Vergänglichkeit der Zeit zu visualisieren, wie in den Arbeiten der Serie Kayla 2018/2024 zu sehen ist. Die gedruckten Kulissen, vor denen Kayla posiert, wurden 2018 angefertigt, sechs Jahre vor der letzten Fotosession. In gebeugten und verschlungenen Posen setzt sich das Model mit einem Bild ihres jüngeren Ichs auseinander. Narrative erfordern Zeit: Wir sehen Kayla und Westra, wie sie mit ihren eigenen vergangenen Erfahrungen und ihrem Selbst interagieren. Als Betrachtende reflektieren wir über Möglichkeiten der Interaktion mit unseren eigenen Erinnerungen in Bezug auf unseren gegenwärtigen Zustand.

In A Room of One’s Own stellte sich Virginia Woolf einen Raum vor, in dem Frauen ihren Gedanken nachgehen, frei schaffen und sich ausdrücken können. Dieser Raum könnte als ein Ursprung der Bilder gesehen werden, die Westra jetzt in ihrem Atelier zu fotografischem Stoff verwebt. Das Atelier in Thread Song wird zu einem transformativen Raum für die ineinandergreifenden Fäden der körperlichen Autonomie, der künstlerischen Erfindung und der menschlichen Interdependenz.

Jenna Westras neueste Monografie ist über die Website von Schwarz Contemporary erhältlich:
Jenna Westra | Afternoons
Publiziert von Hassla
Mit einem Text von Orit Gat
Auflage: 500

Framework program

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Thursday, June 6, 2024, 6 – 8 pm
Opening reception
The artist will be present.

Begleitprogramm

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Donnerstag, 6. Juni 2024, 18 – 20 Uhr
Vernissage
Die Künstlerin ist anwesend.

SCHWARZ CONTEMPORARY
Sanderstraße 28 · 12047 Berlin
District · Ortsteil: Neukölln
Borough · Bezirk: Neukölln
Opening hours: Wed – Fri 12 noon – 6 pm, Sat 12 noon – 4 pm
Öffnungszeiten: Mi – Fr 12 – 18 Uhr, Sa 12 – 16 Uhr
Admission · Eintritt: Free · frei
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