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Solo exhibition · Einzelausstellung
»Innere Angelegenheiten«
Feb 23 — Apr 28, 2024
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Feb 23 — Apr 28, 2024

Dietmar Riemann

Photographs · Fotografien 1975–89

From February 23rd to April 28th, 2024, the Freundeskreis Willy-Brandt-Haus will show photographs by Dietmar Riemann that were taken in the GDR in the 1970s and 1980s. The social documentary recordings show various facets of everyday life. Riemann’s rich collection of images not only reflects his personal well-being in a difficult political situation, but also general social concerns.

Riemann grew up in Saxony as the son of a family of photographers. After his photography apprenticeship, he initially worked as a factory and architectural photographer and then studied at the University of Graphics and Book Art in Leipzig. After that, he mainly earned his living as a freelancer. After his application to leave the country was repeatedly rejected in 1986, he devoted himself to his own projects. Until his departure to the Federal Republic of Germany was approved in 1989, three months before the collapse of the GDR, Riemann lived mainly in East Berlin. To this day, Riemann continues to photograph with a socially critical view of everyday life. He lives with his family near Heidelberg.

Dietmar Riemann was born in 1950 and grew up in Saxony. His apprenticeship as a photographer and the subsequent work as a factory photographer in the Boxberg lignite power plant followed a degree at the University of Graphics and Book Art in Leipzig. Afterwards Riemann worked mainly, was represented in several exhibitions with his social documentary photographs and published them as photo books (including what an island in what kind of sea – life with mentally handicapped, with an essay by Franz Fühmann. Hinstorff, Rostock 1986) , until an exhibition ban in public institutions suffered him in 1986. In 1989 Riemann’s application was granted on a constant departure and dismissal from the GDR citizenship after three years of processing, so that he was able to move to the FRG with his wife and daughter. In 2005 he published his diary of an departure at Vandenhoeck and Ruprecht under the title of running slip, which was broadly received in the media (including the time, WDR, Japanese television). His photographs are internationally represented in exhibitions and can also be seen in the permanent exhibition in the House of History of the Federal Republic of Germany. Riemann continues to work photographically.

Shop windows, portraits, walls and fences: Riemann’s main photographic work consists of series from various motifs, which he recorded in the GDR in the 1970s and 1980s. Details of everyday life and the spatial environment give an impression of life in the GDR in its social documentary photographs. Riemann shows German history on a small scale, roams his camera through Berlin as a chronicler and captures details that seem to come from another world when we are looking at. In addition to factual and at the same time empathetic insight into life in a retirement home or a home for people with intellectual disabilities and the humorous adherence to leisure fun on the trotting racing track, the photographs provide information not least about the design of public space. Be it the boundaries by walls and fences, be it lovelessly-creatively presented (deficiency) goods in shop windows or propaganda collective bargaining-all of these elements are also the structural expression of the political structures of the GDR, which Riemann records photographically under risk-rich conditions.

If you look at the photographs, the subtle system criticism of the photographs seems to emerge from the exciting interplay of narrative elements and formal design, of sympathy and distance, which in Riemann’s perspective on everyday life in the GDR always includes the photographer’s personal view of his own life is connected. These are historical documents that at the same time develop their own artistic value due to their internal visual design and contribute to historiography through their subtle narrative impulse. Using six selected photo series, the exhibition presents for the first time a representative cross-section of Riemann’s impressively multifaceted work.

The catalog “Dietmar Riemann. Foto-Grafiker” is published by Kerber Verlag on the occasion of the exhibition. Edited by Eva Wruck, Stiftung Situation Kunst, with texts by Christoph Dieckmann, Peter Keup, Eva Wruck. Available in the exhibition.

Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus zeigt vom 23. Februar bis 28. April 2024 Fotografien von Dietmar Riemann, die in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR aufgenommen wurden. Die sozialdokumentarischen Aufnahmen zeigen verschiedenste Facetten des alltäglichen Lebens. Riemanns reicher Bilderfundus spiegelt dabei nicht nur das persönliche Befinden in einer schwierigen politischen Situation wider, sondern auch allgemeine gesellschaftliche Belange.

Als Sohn einer Fotografenfamilie wuchs Riemann in Sachsen auf. Nach der Fotografenlehre arbeitete er zunächst als Werks- und Architekturfotograf und studierte anschließend an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Danach verdiente er hauptsächlich freiberuflich seinen Lebensunterhalt. Nachdem sein Ausreiseantrag 1986 immer wieder abgelehnt wurde, widmete er sich eigenen Projekten. Bis zur Bewilligung seiner Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1989, drei Monate vor dem Zusammenbruch der DDR, lebte Riemann hauptsächlich in Ostberlin. Bis heute fotografiert Riemann mit einem sozialkritischen Blick auf den Alltag weiter. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Heidelberg.

In der Ausstellung geben ausgewählte Fotografien aus sechs Serien Einblicke in Bereiche, die in der DDR sonst eher unbeachtet blieben: Ein Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinde-rung, ein Altersheim in Ostberlin, Szenen auf einer Trabrennbahn, aber auch menschenleere Berliner Hinterhöfe sowie Mauern, Zäune und Schaufenster. Die Existenz dieser Aufnahmen ist im Kontext ihrer Entstehungsbedingungen nicht selbstverständlich und gibt zudem Aufschluss über die politische Haltung des Fotografen. Riemann thematisiert in seinen sozialdokumenta-rischen Aufnahmen Themen wie Freiheit, zwischenmenschliche Beziehungen sowie Krankheit und Tod. Seine Form der Bildsprache war von der Regierung nicht gern gesehen und führte für Riemann schließlich zum Ausstellungsverbot.

Dietmar Riemann wurde 1950 geboren und wuchs in Sachsen auf. Seiner Lehre zum Fotografen und der anschließenden Tätigkeit als Werksfotograf im Boxberger Braunkohlekraftwerk folgte ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Im Anschluss arbeitete Riemann vorwiegend freiberuflich, war mit seinen sozialdokumentarischen Fotografien in mehreren Ausstellungen vertreten und veröffentlichte sie als Fotobücher (u.a. Was für eine Insel in was für einem Meer – Leben mit geistig Behinderten, mit einem Essay von Franz Fühmann. Hinstorff, Rostock 1986), bis ihn 1986 ein Ausstellungsverbot in öffentlichen Institutionen ereilte. 1989 wird Riemanns Antrag nach dreijähriger Bearbeitungszeit auf ständige Ausreise und auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR stattgegeben, so dass er mit Frau und Tochter in die BRD umsiedeln konnte. 2005 veröffentlicht er unter dem Titel Laufzettel sein Tagebuch einer Ausreise bei Vandenhoeck und Ruprecht, das in den Medien breit rezipiert wurde (u.a. Die ZEIT, WDR, japanisches Fernsehen). Seine Fotografien sind international in Ausstellungen vertreten und auch in der Dauerausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu sehen. Riemann ist weiterhin fotografisch tätig.

Schaufenster, Porträts, Mauern und Zäune: Riemanns fotografisches Hauptwerk besteht aus Serien verschiedenster Motive, die er in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts in der DDR aufgenommen hat. Details des Alltags und der räumlichen Umgebung vermitteln in seinen sozialdokumentarischen Fotografien einen Eindruck des Lebens in der DDR. Riemann zeigt die deutsche Geschichte im Kleinen, streift mit seiner Kamera als Chronist durch Berlin und fängt Details ein, die bei heutiger Betrachtung aus einer anderen Welt zu stammen scheinen. Neben sachlichen und zugleich empathischen Einblicken in das Leben in einem Altersheim oder einem Heim für Menschen mit geistiger Behinderung und dem humoristischen Festhalten des Freizeitvergnügens auf der Trabrennbahn, geben die Fotografien nicht zuletzt Auskunft über die Gestaltung des öffentlichen Raums. Seien es die Begrenzungen durch Mauern und Zäune, sei es lieblos-kreativ präsentierte (Mangel-)Ware in Schaufenstern oder Propagandaschriftzüge – all diese Elemente sind auch baulicher Ausdruck der politischen Strukturen der DDR, die Riemann unter risikoreichen Bedingungen fotografisch festhält.

Betrachtet man die Fotografien, so scheint sich aus dem spannenden Zusammenspiel von erzählerischen Elementen und formaler Gestaltung, von Anteilnahme und Distanz die subtile Systemkritik der Fotografien abzuleiten, die in Riemanns Perspektive auf den DDR-Alltag immer auch mit einem persönlichen Blick des Fotografen auf sein eigenes Leben verbunden ist. Hier handelt es sich um historische Dokumente, die zugleich ihren künstlerischen Eigenwert aufgrund der innerbildlichen Gestaltung entwickeln und in ihrem subtilen erzählerischen Impuls zur Geschichtsschreibung beitragen. Anhand von sechs ausgewählten Foto-Serien präsentiert die Ausstellung erstmals einen repräsentativen Querschnitt durch Riemanns beindruckend facettenreiches Werk.

Anlässlich der Ausstellung erscheint der Katalog “Dietmar Riemann. Foto-Grafiker” im Kerber Verlag. Herausgegeben von Eva Wruck, Stiftung Situation Kunst, mit Texten von Christoph Dieckmann, Peter Keup, Eva Wruck. In der Ausstellung erhältlich.

The exhibition is a cooperation project with the Foundation Situation Kunst · Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit der Stiftung Situation Kunst.

Framework program

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Thursday, Feb 22, 2024, 7 pm (entry 6:30 pm)
Opening reception
Admission free | ID required
Speakers: Mirja Linnekugel (Artistic Director of Freundeskreis Willy-Brandt-Haus), Dr. Eva Wruck (Curator Stiftung Situation Kunst), Dietmar Riemann (Artist) in conversation with Christoph Dieckmann (Journalist & Author).

Thursday, Mar 7 / May 2, 2024, 12 noon
Guided tours
Get a special insight into the art collection in the Willy Brandt House on a guided tour lasting approximately 45 minutes. The selection offers space for discussions and art historical considerations. In addition to the permanent exhibition, the current exhibitions can also be viewed.
Details

Begleitprogramm

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Donnerstag, 22. Feb 2024, 19 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Vernissage
Eintritt frei | Ausweis erforderlich
Es sprechen: Mirja Linnekugel (Künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus), Dr. Eva Wruck (Kuratorin Stiftung Situation Kunst), Dietmar Riemann (Künstler) im Gespräch mit Christoph Dieckmann (Journalist & Autor).

Donnerstag, 7. März / 2. Mai 2024, jeweils 12 Uhr
Führungen
Erhalten Sie bei einer ca. 45-minütigen Führung einen besonderen Einblick in die Kunstsammlung im Willy-Brandt-Haus. Die Auswahl bietet Raum für Gespräche und kunsthistorische Betrachtung. Neben der Dauerausstellung werden auch die aktuellen Ausstellungen besichtigt.
Details

Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V.
Stresemannstraße 28 · 10963 Berlin
District · Ortsteil: Kreuzberg
Borough · Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Opening hours: Tue – Sun 12 – 6 pm
Öffnungszeiten: Di – So 12 – 18 Uhr
Admission · Eintritt: free · frei | ID required · Ausweis erforderlich | Barrier-free access · Barrierefreier Zugang
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