Willy-Brandt-Haus | Der Dritte Blick – Fotografische Positionen Einer Umbruchsgeneration

Willy-Brandt-Haus | Der dritte Blick – fotografische Positionen einer Umbruchsgeneration

© Ina Schoenenburg, Ohne Titel, Aus Der Serie „Blickwechsel“, 2012-2015

Group Exhibition

Der dritte Blick – fotografische Positionen einer Umbruchsgeneration

Sven Gatter, Anne Heinlein, Margret Hoppe, Marc Marquardt, Andreas Mühe, Julian Röder, Ina Schoenenburg, Luise Schröder, Paula Winkler

+ film portraits by Dörte Grimm and Nadja Smith.

Opening: Friday, October 2, 2015, 19:30h
Exhibiton: October 3 – November 7, 2015
+ Framework programme (held in german), see below
Opening hours
Tue-Sun 12-18h
Free Admission, ID card required
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Description

(there is no english version available)

Im Oktober 2015 jährt sich die Deutsche Einheit zum 25. Mal – ein Prozess, den Menschen bis heute auf unterschiedliche Weise mitgestalten. Zu diesem Anlass zeigt Perspektive hoch 3 e.V. in Kooperation mit dem Freundeskreis Willy-Brandt-Haus eine Ausstellung mit Positionen von Fotografinnen und Fotografen, die in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR geboren wurden. Sie sind Teil einer Generation, um die sich in den vergangenen Jahren unter Begriffen wie „Dritte Generation Ostdeutschland“ oder „Wendekinder“ eine Diskussion entfacht hat. Zu sehen sein werden Fotografien und Videoarbeiten von Sven Gatter, Anne Heinlein, Margret Hoppe, Marc Marquardt, Andreas Mühe, Julian Röder, Ina Schoenenburg, Luise Schröder und Paula Winkler.

Die Ausstellung fragt danach, wie die Umbruchserfahrungen der Fotografinnen und Fotografen im wiedervereinigten Deutschland ihr Leben und ihre künstlerische Praxis prägen. Welche Themen nehmen sie in den Fokus? Wie begreifen sie Herkunft, Identität und Globalisierung? Welche Reflexionsräume eröffnen sie über das Medium Fotografie? Filmische Kurzporträts von Dörte Grimm und Nadja Smith begleiten die Positionen und stellen Bezüge zu biografischen und gesellschaftspolitischen Ereignissen her.

Wegen seines dokumentarischen Charakters eignet sich das Medium Fotografie besonders für die Auseinandersetzung mit in diesem Kontext relevanten Themen, wie zum Beispiel Erinnerungskultur, Identität oder gegenwärtige soziale Realitäten. Eines der beliebtesten Sujets der aktuellen Kunst ist die Auseinandersetzung mit geschichtlichen Themen. Dabei setzen die Künstler den Fokus vor allem auf die Vielschichtigkeit von Vergangenheit und Gegenwart, wie Luise Schröder („Arbeit am Mythos”). Sie aktualisieren historische Themen durch Reinszenierungen, wie Andreas Mühe („Obersalzberg“ und „Wandlitz“) und durch investigativdokumentarische Projekte, wie Anne Heinlein („Wüstungen“). Und sie setzen sich mit architektonischen Erinnerungsträgern auseinander, wie Margret Hoppe („Die verschwundenen Bilder“, „Die Kammer“) oder Marc Marquardt („Lot“, „Datschen“).

Auch die postkommunistische Gegenwart machen Künstler zum Thema ihrer Werke. Mit dem Verlust ganzer Industriezweige und dem Demografiewandel in ostdeutschen Regionen beschäftigt sich Sven Gatter („Kohlenschläger“, „Goitzsche“). Um Fragen der Identität in gesellschaftspolitischen und familiären Umfeldern kreisen die Positionen von Paula Winkler („Centerfolds“ und Ina Schoenenburg („Blickwechsel“). Julian Röder („Mission and Task“, „Human Resources“) untersucht Aspekte von Macht und Ökonomie in einer globalisierten Welt.

Mit ihren Positionen produzieren die Künstlerinnen und Künstler der Umbruchsgeneration neue Formen des gesellschaftlichen und kulturellen Wissens. Aus ihrer Praxis heraus entstehen alternative Perspektiven für eine Erinnerungskultur, die ansonsten vor allem in Form von Nationalfeiertagen oder starren Monumenten konstruiert wird. So liefern sie wichtige Kapitel für das kollektive Gedächtnis von morgen, Modi der Aufarbeitung und – ihr vielleicht wichtigster gesellschaftlicher Beitrag – kritische Bilder von Deutschland und Europa.

Weitere Details zur Ausstellung und aktuelle Informationen zum Rahmenprogramm:
www.perspektivehochdrei.de & www.der-dritte-blick.de

Rahmenprogramm

In den Ausstellungsräumen:

+ Führungen:
08. Okt, 22. Okt, 29. Okt, je 17 Uhr Sabine Weier (Kuratorin)
11. Okt, 15 Uhr + 05. Nov, 17 Uhr Sven Gatter (Künstler)

+ Einheitspaare: Führungen mit Gästen
18. Okt, 25. Okt, 01. Nov, jeweils 15 Uhr
Mit geladenen Gästen, die zum neu Betrachten und quer Denken anregen, besichtigen wir die Ausstellung und kommen ins Gespräch. Wie funktioniert Zusammenleben, wer macht mit, was trägt Kunst dazu bei? Der Tag der „Deutschen Einheit“ suggeriert, dass es eine Formel gibt, die alle mitnimmt. Auf den dritten Blick zeigt sich aber, wie uneinheitlich unsere Gesellschaft ist und dass viele Geschichten nicht erzählt werden.

+ Offene Diskussion: Same but different – East European Perspectives
03. Okt 2015, 16 Uhr
Mit: Olena Pravylo (Congress of Culture Activists, Ukraine), Polina Filippova (Sakharov Center, Russia), Louisa Slavkova (Sofia Platform, Bulgaria), Christine Wetzel (German-Russian Exchange, Germany), Mandy Schulze (Perspektive³, Germany)
In the states of the former Eastern Block, the so called 3rd Generation – those born between 1975 and 1985 – experienced the transformation process during their adolescence. Get to know personal stories from Ukraine, Russia, Bulgaria and Germany. And if you like – tell us your own story.

+ Workshop: Grenzlabyrinthe für Berliner Willkommensklassen
12.-19. Okt 2015
Mit: Anke Göhring (Künstlerin)
Ein Workshop über Grenzen und Grenzräume mit Flüchtlingsjugendlichen und Berliner Jugendlichen: Ausstellungsbesuch + Fotoexkursion (Berliner Mauer und Checkpoint Charlie), Objektbau, Installation, Präsentation. Zusammen bauen wir ein durchlässiges Grenzlabyrinth, das Einblicke und Verstecke gewährt.
Anmeldung und Information:
Dr. Maren Ziese, Bildung und Vermittlung FKWBH, ed.h1561617551bw-si1561617551erkse1561617551dnuer1561617551f@ese1561617551iz.ne1561617551ram1561617551
+ Arbeit am Mythos – Künstlervortrag von Luise Schröder
16. Okt 2015, 16 Uhr
Mit: Luise Schröder, Künstlerin
Was wird heute wie erinnert und warum? In welcher Form manifestiert sich der gesellschaftspolitische Umgang mit Denkmälern, Gedenkorten und Nationalfeiertagen in der Gegenwart? Luise Schröder erläutert anhand von Beispielen künstlerische Strategien, um diese Vorgänge sichtbar zu machen und kritisch zu hinterfragen.

Satellitenveranstaltungen (an anderen Orten):

+ Perspektiven auf die Deutsche Einheit
Wo: Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße, Lindenstraße 54, 14467 Potsdam
Ausstellung: 3. Okt – 08. Nov 2015
In der Gedenkstätte für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert werden Filme und Fotografien von Dörte Grimm, Nadja Smith und Sven Gatter präsentiert. Die Filmemacherinnen und der Fotograf dokumentieren in ihren Arbeiten die Erfahrungen und Ansichten junger Menschen, die die DDR als Kinder kennenlernten.
Filmpräsentation & Diskussion: „Die Unberatenen“
15. Okt 2015, 19 Uhr
Mit: Dörte Grimm (Filmemacherin), Prof. Dr. Bernd Lindner (Zeitgeschichtliches Forum Leipzig), Protagonist des Films (tbc)In dem Dokumentarfilm erkundet die Regisseurin Dörte Grimm, wie Herkunft, Identität und Erinnerung unsere Sicht auf die Welt prägen. Ihre Protagonisten reflektieren die Erfahrung einer unbedarften Kindheit in der DDR vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Unrechtsstaat und Opfer-Täter-Berichten.

+ Gespräch: Fotografieren – Erzählen – Erinnern: Zwei Generationen im Gespräch über Kunst und Aufarbeitung
20. Okt 2015, 19:30 Uhr
Mit der Autorin Ines Geipel und den Künstlern Julian Röder und Ina Schoenenburg
Ort: Salon Karl-Marx-Buchhandlung

Projektträger: Perspektive3
Perspektive3 ist ein unabhängiger, überparteilicher und selbstorganisierter Verein, der im Sommer 2013 von zwölf um 1980 herum geborenen Menschen aus Ost und West gegründet wurde. Unser zentrales Anliegen ist, die Erfahrungen und Sichtweisen der so genannten Dritten Generation Ostdeutschland in die gesellschaftlichen Debatten einzubringen. Ausgehend von dem Eindruck, dass die Diskurse um Ost- und West festgefahren sind, entstand das Bedürfnis, die jüngere Geschichte sowie die Gegenwart Ostdeutschlands differenzierter in den Blick zu nehmen. Besonders wichtig war es, einen Verständigungsprozess in den eigenen Familien und mit Gleichaltrigen zu initiieren.

Wir sind überzeugt, dass unser Erkenntnisinteresse auch über diesen Selbstverständigungsprozess hinaus von Bedeutung ist. Wir möchten einen aktiven Beitrag leisten, die Diversität der in Deutschland und Europa lebenden Menschen sichtbar zu machen und zu verstehen. So tragen wir letztlich zu einem vielstimmigen Austausch über deutsche und europäische Gegenwart und Zukunft bei.
www.perspektivehochdrei.de

Partner: Freundeskreis Willy-Brandt-Haus
Internationale politisch und sozial engagierte Fotografie ist das Markenzeichen des Freundeskreises Willy-Brandt-Haus e.V.. Der Freundeskreis wurde 1996 gegründet, im gleichen Jahr, in dem auch das Willy-Brandt-Haus eingeweiht wurde. Seit 2002 präsentiert der Freundeskreis den jährlich vergebenen World Press Photo Award, den weltweit größten und renommiertesten Wettbewerb für Pressefotografie.
www.freundeskreis-wbh.de

Förderer
Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Projektleitung: Nadja Smith · Kuratorin: Sabine Weier · Künstlerische Beratung: Sven Gatter · Filme: Dörte Grimm & Nadja Smith · PR/ÖA und Projektmanagement: Elisabeth Friedrich

Event Details

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